Projekt

Artenhilfsprogramm Bachforellen & Elritzen

Der Angelverein Schönkirch nimmt seitdem Jahr 2025 an einem Artenhilfsprogramm für Bachforellen (Salmo trutta f. fario) und Elritzen (Phoxinus phoxinus) teil.

Die Tirschenreuther Waldnaab gehört zu den naturnahen Fließgewässern der Oberpfalz und bietet traditionell geeignete Lebensräume für kalt- und sauerstoffliebende Fischarten wie die Bachforelle und die Elritze. In den vergangenen Jahren hat sich der Bestand dieser Leitarten jedoch erheblich verschlechtert. Als wesentliche Ursachen gelten der zunehmende Räuberdruck durch Prädatoren sowie die sich verstärkenden Auswirkungen des Klimawandels.

Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) zählt zu den wirksamsten natürlichen Fischfressern in mitteleuropäischen Gewässern. Ein einzelner Kormoran kann täglich bis zu 500 Gramm Fisch verzehren; an stark frequentierten Abschnitten summiert sich der Verlust über eine Saison auf mehrere tausend Individuen. Auch der Fischotter (Lutra lutra), dessen Bestands- erholung naturschutzfachlich begrüßt wird, erhöht den Frauda druck auf kleinen Fischbeständen zusätzlich. Insbesondere Jungfische und Kleinfischarten wie die Elritze sind durch ihre geringe Körpergröße besonders gefährdet.

Die Erwärmung der Gewässer infolge steigender Lufttemperaturen und veränderter Niederschlagsmuster belastet kältepräferente Arten unmittelbar. Die Bachforelle benötigt für eine erfolgreiche Reproduktion Wassertemperaturen unter 14 °C. Längere Trockenperioden im Sommer führen zu kritisch niedrigen Pegelständen, verringerter Sauerstoffsättigung und einer Erhöhung von Stresshormonen. Jungfische überleben diese Phasen häufig nicht. Die Elritze reagiert empfindlich auf Veränderungen der Strömungsverhältnisse und der Gewässerstruktur, die durch vermehrte Starkregenereignisse und anschließende Trockenheit beeinflusst werden.

Das Artenhilfsprogramm verfolgt folgende Ziele: Stabilisierung und Wiederaufbau der Bachforellen- und Elritzenbestände in den betroffenen Gewässerabschnitten der Waldnaab, Sicherung der ökologischen Funktion der Zielarten als Indikatoren für intakte Fließgewässerökosysteme sowie die Schaffung einer tragfähigen Bestandsbasis, die langfristig eine selbsttragende Reproduktion ermöglicht. Darüber hinaus sollen die gewonnenen Daten als Grundlage für zukünftige Managemententscheidungen dienen.